Individualisierte Therapie durch molekulargenetische Analysen von verbliebenen Tumorzellen nach neoadjuvanter Chemotherapie bei Brustkrebs
Projekt
Hierbei handelt es sich um ein Projekt des Deutschen Krebsforschungszentrums, Abteilung molekulare Genetik, in Heidelberg. Neben der operativen Therapie ist die Chemotherapie eine tragende Säule der Brustkrebsbehandlung und wird häufig vor einer geplanten Operation durchgeführt. Die Entscheidung, ob eine solche neoadjuvante Chemotherapie durchgeführt wird und welche Wirkstoffe im Rahmen dieser Therapie zum Einsatz kommen, wird bislang überwiegend auf der Grundlage einer etablierten Klassifikation der verschiedenen Brustkrebs-Subtypen getroffen. Diese Einteilung bietet jedoch nur eine grobe Orientierung und gewährleistet nicht unbedingt eine optimale Therapie jeder einzelnen Patientin. Daher wird die Individualisierung des zu bekämpfenden Brustkrebses immer weiter vorangetrieben mit dem Ziel, die Therapie „maßzuschneidern“. In dem geförderten Projekt wird dies vor allem durch molekulargenetische Methoden, Exom-Sequenzierung und Proteomics betrieben, um so Angriffspunkte im Erbgut der Tumorzellen zu identifizieren, an denen dann bestimmte, neu entwickelte Wirkstoffe gezielt eingesetzt werden können. So lässt sich insbesondere die Prognose von Brustkrebspatientinnen, die nur schlecht auf eine „konventionelle“, also bekannt typisierte Chemotherapie angesprochen haben, deutlich verbessern. Mehrere große Pharmafirmen haben bereits zugesichert, die innovativen Wirkstoffe zur entsprechenden therapeutischen Anwendung im Rahmen der geförderten Studie kostenlos zur Verfügung zu stellen.
Leistungsempfänger
Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg, Abteilung Molekulare Genetik, Wissenschaftliche Leitung: Dr. Benedikt Schäfgen, AG Prof. Dr. Peter Lichter
Beginn des Projekts
2020