Die Bedeutung von strukturellen Genomvarianten beim erblichen Brustkrebs- und Eierstockkrebs

Projekt

Es handelt sich hierbei um ein Projekt von Frau Prof. Dr. Doris Steinemann und Kollegen, tätig am Institut für Humangenetik der Medizinischen Hochschule Hannover. Dieses Förderprojekt, welches sich über die Jahre 2020, 2021 und 2022 erstreckt, ist für Patientinnen aus Familien mit einem vermutlich genetisch bedingten Hochrisiko von besonderer Bedeutung: Wenn es gelingt, neue pathogene Varianten und Mechanismen in den BRCA 1 / 2 - Genregionen als Krankheitsursache zu identifizieren, ergibt sich eine wesentlich genauere und bessere Risikoeinschätzung bei den betroffenen Mitgliedern dieser Familien. Zum wissenschaftlichen Hintergrund: In ca. 60 bis 70 % der familiären Brust- und Ovarialkarzinome ist die genetische Ursache zwar zu vermuten, gleichwohl trotz systematischer genetischer Beratung mit differenzierter Stammbaumanalyse und nachfolgender ausgedehnter genetischer Diagnostik weitgehend noch nicht identifiziert. Vielmehr ist der Nachweis von sicher krankheitsverursachenden Varianten bislang nur in 15 % der Familien mit erblichem Brust- und Eierstockkrebs gelungen. Im Übrigen weiß man zwar um die Häufung der Erkrankungen in diesen Familien, die genetische Ursache ist aber noch nicht benennbar. Die Konzentration auf die BRCA 1 und BRCA 2 - Gene ist bei diesem Forschungsprojekt daher nicht mehr allein im Focus, vielmehr erweitert worden auf die Untersuchung ganzer Exome. Die Aufgabenstellung des geförderten Projektes geht nun dahin, ein Kollektiv von etwa 100 Patientinnen, die BRCA 1 / 2 mutationsnegativ sind, daraufhin zu untersuchen, ob nicht doch weitere Veränderungen in dem fraglichen Genbereich als typisch erkannt und damit als Ursache der Erkrankung identifiziert werden können. Zu diesem Ergebnis kommt man nicht durch weitere Sequenzierung, vielmehr durch ein sogenanntes „optical mapping“ mittels eines Genom-mapping Gerätes über das nur wenige Kliniken in Deutschland verfügen: Hier werden vom Referenzgenom – also der Norm – abweichende Fragmente der DNA wahrgenommen und in ihrer Häufung bei den Patientinnen in Bezug zu der Erkrankung gesetzt. Einfach ausgedrückt: Man prüft, ob Genomveränderungen erkannt werden können, die mit der Verursachung der Brustkrebserkrankung in Verbindung gebracht werden können, weil sie immer wieder im Zusammenhang der Erkrankung auftreten. Im Ergebnis kann dann bei Vorsorgeuntersuchungen von Patientinnen und einem Vergleich deren Genomstrukturen mit den Ergebnissen der Studie ermittelt werden, ob ein hohes Risiko für eine Erkrankung besteht.

Leistungsempfänger

Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Humangenetik, wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Doris Steinemann

Beginn des Projekts

2020

· Institutionen

Übersicht Förderprojekte

2020 – 2025

· 10. Psychoonkologie Symposium Hannover
· Pharmakologische Aktivierung von mTORC1 als neuartiger Therapieansatz des Triple-negativen Mammakarzinom
· NOAX-Studie
· Zell-basierte Bestimmung aktivierender Mutationen aus Flüssigbiopsien als Alternative zur zellfreien Tumor-DNA für die Indikation von Rezeptorantagonisten beim Mammakarzinom
· AXSANA/EUBREAST 3-Studie
· Analytikertreffen des Konsortiums für familiären Brust- und Eierstockkrebs (FBREK)
· Auswirkungen von Risikofaktoren und Präventionsstrategien auf die Metastasierung von Brusttumoren
· Die Rolle von Testosteron bei der Entstehung von Brustkrebs: Kann Brustkrebs mit Testosteronblockern verhindert werden?
· Entwicklung einer neuen Generation von Bluttests zur Früherkennung von Brustkrebs und Brustkrebs Rückfällen
· OPBC-03 / TAXIS Studie
· Molekulare Stratifizierung von palliativen Chemotherapien im metastasierten Mammakarzinom
· Target-Screening mittels eines neuartigen phänotypischen Testverfahrens zur Identifizierung neuer epigenetischer Zielstrukturen für die Behandlung des Triple-negativen Mammakarzinoms
· RESPONDER LB - Zuverlässiger Ausschluss residueller Tumorreste nach neoadjuvanter Systemtherapie bei Frauen mit Brustkrebs mittels „liquid biopsy“
· Individualisierte Therapie durch molekulargenetische Analysen von verbliebenen Tumorzellen nach neoadjuvanter Chemotherapie bei Brustkrebs
· Genetically re-programmed macrophages for breast cancer immunotherapy
· Die Bedeutung von strukturellen Genomvarianten beim erblichen Brustkrebs- und Eierstockkrebs
· Automatisierte Isolation und Charakterisierung von Tumorzellen aus Vollblut für Diagnostika des Mammakarzinoms

2014 – 2019

· Die Rolle des Eierstockhormons Östrogen bei der Entstehung von Brustkrebs
· Pinke Zitronen e.V.
· TAXIS – Studie
· VISION I – Studie
· AXSANA / EUBREAST 3 – Studie
· Prospektive Beobachtungsstudie zur Consilium App
· Pilotprojekt der Universität Bern zur Chaperon-mediierten Autophagie (CMA)
· Genetische Beratung von Brustkrebspatientinnen
· Isolation and characterization of tumor specific t-cells in patients with metastatic triple negative breast cancer
· Splicevarianten und Mutationen in DNA-Reparaturgenen der Nukleotid-Exzisions-Reparatur als prog­nos­tische Biomarker
· Evaluierung des RAI2-Proteins als Biomarker und mögliche Zielstruktur für die Optimierung von Brustkrebstherapien
· Kombinationstherapie bei metastasiertem Brustkrebs
· Genetik des familiären Brustkrebs: Identifikation neuer genetischer Risikofaktoren
· Frühe Identifizierung genetischer Veränderungen in gutartigen Biopsien von späteren Brust­krebs­patientinnen
· Identifizierung neuer Kandidatengene für das triple-negative Mammakarzinom durch Exomsequenzierung
· Unterstützung des Vereins BRCA-Netzwerk e.V.

2008 – 2013

· Optimierung palliativer chirurgischer Therapien von Brustkrebsmetastasen
· Förderung des Hospiz Luise, Hannover
· FAMILIENHILFE
· INTRAOPERATIVE STRAHLENTHERAPIE
· DER UPA / PAI-1- TEST
· ZERTIFIZIERUNG DES GYNÄKOLOGISCHEN KREBSZENTRUMS UND RE-ZERTIFIZIERUNG DES BRUSTZENTRUMS DER MEDIZINISCHEN HOCHSCHULE HANNOVER
· DAS XCELLIGENCE SYSTEM – GERÄT ZUR ZELLANALYSE
· PALLIATIV-STATION AN DER MEDIZINISCHEN HOCHSCHULE HANNOVER
· KOMPLEMENTÄRE MEDIZIN IM RAHMEN DER PALLIATIVE CARE AM UNIVERSITÄTSSPITAL ZÜRICH
· MAMMARY GLAND BIOLOGY 2008 - GORDON RESEARCH CONFERENCE 01.-06.06.2008, LUCCA, ITALIEN

2004 – 2007

· TUMOUR MICROENVIRONMENT IN CANCER INITIATION AND PROGRESSION
· PROSPECTIVE DATA COLLECTION ON BREAST CANCER PROGNOSTIC AND PREDICTIVE FACTORS AND OUTCOME IN SOUTHERN SWITZERLAND (CARMA)
· HEMMUNG DER FUNKTION VON MYC IN KOLOREKTALEN TUMOREN
· ANTISENSE-BLOCKADE DES WACHSTUMS BÖSARTIGER TUMORE UNTER EINSATZ VON APOPTOSE-INDUZIERENDEN PROTEINEN IN DER TUMORTHERAPIE
· NY-BR-1 ALS NEUES DIFFERENZIERUNGSANTIGEN BEIM MAMMAKARZINOM: EXPRESSION U. IMMUNOGENITÄT